Zivilrecht = BGB
Zivilrecht ist im jur-abc ein Synonym für das BGB, denn das Bürgerliche Gesetzbuch ist JUSTUS' grosse (juristische) Liebe.
Seit dem 1. Januar 2002 gilt ein neues BGB. Vor allem das Schuldrecht, das Herzstück des BGB, wurde umfassend überarbeitet.
Eine komfortable BGB-Suchmaschine ist die auf XML-Technik basierende
In den zwei früheren Versionen des jur-abc war der Text des neuen BGB enthalten. Weil es aber zwischenzeitlich jede Menge Internetseiten mit dem BGB-Text gibt, wird hier im jur-abc n°3 darauf verzichtet. Links zu weiteren BGB-Seiten finden Sie am Ende dieses Dokuments.
Das neue BGB ist nicht nur jung, sondern auch lückenhaft und deshalb eine Art
Dauer-Update
Als am 18.8.1896 im Gesetzblatt (RGBl, 195) das BGB verkündet wurde und am 1.1.1900 in Kraft trat, da hatte Deutschland ein in sich geschlossenes Zivilrecht, das über 100 Jahre seinen guten Dienst tat. In diesen 100 Jahren waren grössere Änderungen des Gesetzes nicht erforderlich. Die meisten "Anpassungen" an den Zeitgeist der Geschichte und des Rechts haben die Richter vorgenommen (Richterrecht).
Wieder an einem 1. Januar, nämlich dem des Jahres 2002 (der 1. April wäre dem Produkt angemessener gewesen) ist dieses BGB durch das Schuldrechtmodernisierungsgesetz umfassend novelliert worden. Die neuen Abschnitte des BGB haben aber eine andere Qualität als vor 100 Jahren und so nimmt es nicht Wunder, dass seit dem 1.1.2002 permanent am BGB rum gedoktert wird. Zur Verteidigung der deutschen Rechtsschaffenden muss allerdings angemerkt werden, das ein Großteil des Unfug in Brüssel produziert wird und daher der deutsche Gesetzgeber nur wenig Spielraum für gute Gesetzgebung hatte.
Hier das bisherige Ergebnis dieses Dauer-Updates:
Art. 4 G v. 23.03.02 (SeemGuaÄndG) mWv 1.4.2002
Art. 1 G v. 9.04.02 (KindRVerbG) mWv 12.4.2002
Art. 9 G v. 21.06.02 (FinMFöG 4) mWv 1.7.2002
Art. 1 G v. 15.07.02 (StiftModG) mWv 1.9.2002
Art. 2 G v. 19.07.02 (SchErsRÄndG 2) mWv 1.8.2002
Art. 25 Abs. 1 G v. 23.07.02 (OLGVertrÄndG) mWv 1.8.2002
Art. 25 Abs. 2 G v. 23.07.02 (OLGVertrÄndG) mWv 1.7.2005
Art. 4 G v. 24.08.02 (GewOuaÄndG 3) mWv 1.1.2003
Art. 3 Abs. 1 G v. 13.12.03 (BVerfGEUmsG) mWv 31.12.2003
Art. 7 G v. 15.12.03 (InvestmModG) mWv 1.1.2004
Art. 41 G v. 27.12.03 (SozhiEinOG) mWv 1.1.2005
Art. 3 G v. 05.04.04 (EGRL47/2002Ums/HypBkGuaÄndG) mWv 9.4.2004
Art. 3 Abs. 1 G v. 06.04.04 (LuftVerkHaftG) mWv 16.4.2004
Art. 1 G v. 23.04.04 (VatAnfVuaÄndG) mWv 30.4.2004
Art. 4 Abs. 34 G v. 05.05.04 (KostRMoG) mWv 1.7.2004
Art. 1 G v. 02.12.04 (FernAbsVtrÄndG) mWv 8.12.2004
Art. 7 G v. 09.12.04 (SchuldRModAnpG) mWv 15.12.2004
Art. 2 G v. 15.12.04 (LPartÜAG) mWv 1.1.2005
Art. 1 G v. 06.02.05 (LPartNamRÄndG) mWv 12.2.2005
Art. 1 G v. 21.04.05 (BtÄndG 2) mWv 1.7.2005
Art. 3 Abs. 1 G v. 07.07.05 (EnWGNOG 2) mWv 13.7.2005
Das Bundesgesetzblatt ähnelt mehr und mehr einer Tageszeitung, und zwar einer schlechten. Hier ein kurioses Beispiel:
Auf Seite 2857 des BGBl. I 2002 wird die ursprüngliche Fassung von § 506 BGB durch eine umfangreichere Version mit drei Absätzen ersetzt. Auf Seite 2858 wird diese Fassung wieder aufgehoben und die Ursprüngliche tritt wieder in Kraft. Das ist die Steigerung des alten Juristenspruchs, man soll immer einen Paragraph weiter lesen. Jetzt gilt: man muss im Bundesgesetzblatt weiter blättern, denn vielleicht wird auf der nächsten Seite die Vorschrift wieder aufgehoben, die man gerade eben schwer verdaut hatte.
Aus dem Netz gefischt:
Das Bürgerliche Gesetzbuch - BGB über juris
Das Bürgerliche Gesetzbuch - BGB über dejure.org


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